Hunde-Malaria (Babesiose): Die unterschätzte Zeckenkrankheit beim Hund

Hunde-Malaria, allein das Wort lässt viele Hundemenschen zusammenzucken. Tatsächlich steckt dahinter die Babesiose beim Hund, eine gefährliche Zeckenkrankheit, die durch die Auwaldzecke übertragen wird. Viele Tierärzte sehen inzwischen immer mehr Fälle, und die Krankheit gilt längst nicht mehr als „Urlaubssouvenir“ aus Südeuropa.
In Deutschland ist sie mittlerweile angekommen – und jeder Mensch mit Hund sollte wissen, wie man seinen Vierbeiner schützen kann.


Was ist Hunde-Malaria eigentlich?

Der Begriff „Hunde-Malaria“ beschreibt umgangssprachlich die Babesiose, eine Infektion mit winzigen Parasiten namens Babesia. Diese Erreger zerstören die roten Blutkörperchen des Hundes und führen zu einer schweren Blutarmut.
Die Übertragung erfolgt ausschließlich durch Zecken, vor allem durch die inzwischen weit verbreitete Auwaldzecke.

Das erklärt auch, warum Babesiose zu den wichtigsten Zeckenkrankheiten beim Hund gehört – und warum guter Zeckenschutz beim Hund so entscheidend ist.


Wie wird ein Hund infiziert?

Die Infektion beginnt mit einem Zeckenbiss. Sobald die Zecke Blut saugt, gelangen die Babesien in den Körper. Am häufigsten passiert das im Frühling und Herbst, aber durch mildere Winter besteht heute fast ganzjährig Zeckengefahr.

Früher kam Babesiose beim Hund überwiegend aus dem Ausland – heute ist sie in vielen deutschen Regionen bereits endemisch. Das bedeutet: Die Zecken und Erreger sind dauerhaft vor Ort.


Typische Symptome: Diese Warnsignale darfst du nicht übersehen

Hunde reagieren auf eine Babesiose unterschiedlich stark. Typisch ist aber ein rascher Verlauf, weshalb frühes Erkennen lebensrettend sein kann.

1. Starke Müdigkeit & Schwäche

Viele Hunde wirken plötzlich schlapp und verlieren ihren Elan.

2. Hohes Fieber

Oft steigt die Temperatur schnell und ohne erkennbaren Grund.

3. Dunkler, rotbrauner Urin

Ein sehr wichtiges Symptom!
Viele Halter beschreiben den Urin „wie Cola“. Bei Google heißt das oft: „Hund hat dunklen Urin“. Dieses Zeichen ist ein klarer Notfall.

4. Blasse Schleimhäute

Wenn du unter die Lefzen schaust und alles ungewöhnlich hell wirkt.

5. Gelbfärbung der Augen oder Haut

Der Körper schafft es nicht mehr, die zerstörten roten Blutkörperchen abzubauen.

6. Appetitlosigkeit & schneller Puls

Häufig begleitet von Unruhe oder Atemproblemen.

Diese Symptome passen zu vielen Krankheiten – aber in Kombination mit Zeckenkontakt ist der Verdacht auf Hunde-Malaria (Babesiose) sehr ernst zu nehmen.


Diagnose beim Tierarzt

Der Tierarzt nutzt mehrere Schritte:

  • Blutuntersuchung
  • Nachweis der Babesia-Parasiten im Blutausstrich
  • PCR-Test, um den Erreger eindeutig zu bestätigen

Hunde mit Fieber, Schwäche und dunkel gefärbtem Urin sind für Tierärzte klassische Verdachtsfälle einer Zeckenkrankheit.


Behandlung: Zeit ist entscheidend

Die Behandlung der Babesiose beim Hund ist möglich – aber sie muss schnell beginnen.

1. Spezielle Antiparasitika

Medikamente wie Imidocarb töten die Erreger ab und stoppen die Zerstörung der roten Blutkörperchen.

2. Infusionen & Kreislaufstabilisierung

Zur Unterstützung der Nieren und Leber.

3. Bluttransfusion

Wenn bereits viele Blutkörperchen zerstört wurden.

4. Begleittherapie

Schmerzmittel, Leberunterstützung und regelmäßige Blutkontrollen.

Viele Hunde überstehen die Erkrankung vollständig – vorausgesetzt, sie wird früh behandelt.


Vorbeugung: Der beste Schutz vor Hunde-Malaria

Da die Krankheit durch Zecken übertragen wird, ist ein konsequenter Zeckenschutz beim Hund der wichtigste Schritt.

So schützt du deinen Hund:

  • Wirksame Zeckenmittel verwenden (Spot-on, Tabletten, Halsband)
  • Hund nach jedem Spaziergang sorgfältig absuchen
  • Zecken sofort entfernen
  • Besonders auf Auwaldzecken-Gebiete achten
  • Schutz ganzjährig anwenden, nicht nur im Sommer

Viele Fälle von Hunde-Malaria wären durch stabilen Zeckenschutz vermeidbar gewesen.


Fazit: Hunde-Malaria ist gefährlich – aber gut behandelbar

Hunde-Malaria = Babesiose.
Eine ernste Zeckenkrankheit beim Hund, die durch Babesia-Parasiten ausgelöst wird und unbehandelt lebensbedrohlich sein kann.
Mit gutem Zeckenschutz, einem wachsamen Blick und schneller tierärztlicher Hilfe lässt sich das Risiko aber deutlich reduzieren.

Wenn dein Hund Fieber, Schwäche oder dunklen Urin zeigt, ist es besser, einmal zu viel zum Tierarzt zu fahren als einmal zu wenig.

Von Petra

„Tiere sind für mich echte Gefährten, die unser Leben reicher machen. In Herz mit Schnauze erzähle ich Geschichten über Fellnasen, ihre Eigenarten, Pflege und das, was Menschen und Tiere miteinander verbindet. Außerdem widme ich mich Themen wie Welt-Tiertagen und Tierschutz, um das Bewusstsein für unsere tierischen Freunde zu stärken.“