Pferdefütterung Grundlagen: Wie viel, wie oft und was dein Pferd wirklich braucht
Die wichtigsten Grundlagen der Pferdefütterung leicht erklärt: Wie viel Heu braucht ein Pferd? Wieviel Futter ist sinnvoll? Tipps zu Raufutter, Kräutern und Fütterungsfehlern.
Wenn du mit Pferden zu tun hast, egal ob robustes Konik-Pony oder großes Warmblut, merkst du schnell: Die richtige Fütterung hat mehr Einfluss auf Gesundheit, Verhalten und Wohlbefinden als fast alles andere. Ich stecke selbst gerade tief im Thema, weil in unserer Familie eine Konik-Stute eingezogen ist. Und glaub mir, man denkt am Anfang immer, es geht nur um „Heu rein, Kraftfutter dazu und fertig“. Aber so einfach ist es nicht.
Um dir den Einstieg leichter zu machen, findest du hier die wichtigsten Grundlagen der Pferdefütterung verständlich, praxistauglich und ohne komplizierte Futtermittel-Mythen.
Warum das Pferd in erster Linie „Dauerfresser“ ist
Pferde sind Steppenbewohner. Sie sind darauf ausgelegt, bis zu 16 Stunden am Tag kleine Mengen energiearmes Futter aufzunehmen. Deshalb brauchen sie:
- ständig verfügbares Raufutter (Heu)
- lange Fresszeiten
- keine langen Fresspausen (über 4–5 Stunden)
Längere Pausen stressen nicht nur den Magen, sondern auch die Psyche. Bei unserer Konik-Stute sehe ich richtig, wie sie entspannter wird, wenn immer ein bisschen Heu nachkommt sie „checkt“ dann gar nicht mehr ständig, ob der Vorrat gleich weg ist.
Wie viel Heu braucht ein Pferd am Tag?
Hier kommt die Faustregel, die du wirklich brauchen wirst:
👉 1,5–2 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht pro Tag
Das heißt:
- Pony (300 kg): 4,5–6 kg Heu
- Haflinger (500 kg): 7,5–10 kg Heu
- Großpferd (600 kg): 9–12 kg Heu
Robustrassen wie Koniks oder Isländer liegen eher am unteren Ende, weil sie von Natur aus „sparsam“ gebaut sind. Zu viel Energie → gleich Speckrollen.
Wie oft sollte ein Pferd fressen?
Ideal:
- Raufutter in mehreren Portionen
- am besten zeitgesteuert oder über Heunetze (verlangsamt die Aufnahme)
- Kraftfutter nur, wenn wirklich nötig
Das Ziel ist immer: keine langen Fresspausen und eine gleichmäßige Verdauung.
Kraftfutter? Braucht das Pferd das wirklich, warum und wann?
Ganz ehrlich: In 80 % der Fälle nein.
Pferde, die:
- Freizeitmäßig geritten werden
- robust gebaut sind
- ausreichend Heu bekommen
…brauchen kaum Kraftfutter. Die meisten Pferde sehen dadurch eher zu rund aus oder werden zu „hibbelig“, weil sie unnötige Energie bekommen.
Es gibt aber Ausnahmen:
- ältere Pferde
- schwerfuttrige Rassen
- Sportpferde
- Pferde in Rekonvaleszenz
Wenn du unsicher bist: Erst Heuqualität prüfen, dann Mineralstoffe, dann Kraftfutter.
Mineralstoffe hingegen sind das unterschätzte Herzstück der Ernährung
Heu ist super, aber es deckt nicht alles ab.
Ein Mineralfutter ist fast immer sinnvoll – aber bitte ein gutes.
Worauf achten:
- keine „bunten Zuckerbomben“
- klare Deklaration
- bedarfsgerecht, nicht überladen
Die Stute meiner Enkelin blüht regelrecht auf, seit wir ein wirklich passendes Mineralfutter mit guter Kräuterrezeptur nutzen. Es ist verrückt, wie schnell sich kleine Defizite zeigen und wie schnell sich vieles verbessert, wenn’s wieder passt.
Kräuter uns pflanzliche Zusätze und wann sie sinnvoll sind
Beliebt und sinnvoll sind:
- Atemwegs-Kräutermischungen
- Hustensäfte auf pflanzlicher Basis
- Verdauungskräuter
- Kräuter zur Beruhigung (z. B. Kamille, Melisse)
Wichtig: Kräuter wirken aber nur, wenn sie gezielt und passend zur Situation eingesetzt werden.
Für Pferde mit Husten oder verschleimten Atemwegen sind pflanzliche Hustensäfte oft eine tolle Ergänzung. Gerade jetzt im Winter suchen viele Pferdebesitzer genau sowas.
Frisches Wasser ist ein unterschätzte Faktor
Klingt simpel, wird aber oft vergessen: Pferde brauchen im Schnitt 25–55 Liter Wasser am Tag.
Im Winter trinken sie häufig zu wenig → Kolikgefahr.
Lauwarme Tränken oder etwas Mash helfen dabei, die Trinklust zu fördern.
Das Wichtigste in einem Satz
Ein Pferd braucht viel Heu, wenig Schnickschnack, gute Mineralien und ein Fütterungskonzept, das zu seiner Rasse und seinem Alltag passt.
Damit legst du den Grundstein für Gesundheit, Kondition und ein entspanntes Pferdeleben.
