Pflanzlicher Hustensaft für Pferde und wann er hilft, welche Pflanzen wirken und worauf du achten musst
Husten ist eine der häufigsten Beschwerden bei Pferden und kann vielfältige Ursachen haben. Besonders in Herbst und Winter, wenn das Heu feucht ist oder der Stall staubt, reagieren viele Pferde mit Reizhusten oder fest sitzendem Schleim. Pflanzlicher Hustensaft kann hier eine sanfte, aber wirkungsvolle Unterstützung sein. Er lindert den Hustenreiz, löst Schleim und unterstützt die Regeneration der Atemwege. Wichtig ist jedoch: Hustensaft behandelt nicht die Ursachen, sondern nur die Symptome. Wer die richtigen pflanzlichen Wirkstoffe kennt und den Hustensaft korrekt einsetzt, kann seinem Pferd effektiv helfen, ohne Nebenwirkungen zu riskieren. Bei unserem Konik hat ein pflanzlicher Hustensaft ziemlich schnell Wirkung gezeigt und seit wir sein Immunsystem regelmäßig aufbauen haben wir kein Problem mehr mit Husten.
Wann Hustensaft sinnvoll ist
Hustensaft ist besonders hilfreich bei:
- trockenem Reizhusten
- fest sitzendem Schleim
- Husten nach Stallwechsel, Wetterumschwung oder Training
- leichter Infektneigung der Atemwege
- Staub oder Schimmelsporen im Heu
Nicht geeignet ist Hustensaft bei:
- Fieber oder Schwäche
- gelb-grünem Nasenausfluss
- Atemnot oder starkem röchelndem Husten
- chronischen Atemwegserkrankungen ohne tierärztliche Begleitung
In diesen Fällen ist eine tierärztliche Abklärung notwendig. Pflanzlicher Hustensaft sollte nie als alleinige Therapie bei schweren Infekten oder chronischen Erkrankungen eingesetzt werden.
Wirkstoffe in pflanzlichen Hustensäften
Pflanzliche Hustensäfte enthalten eine Kombination aus Kräutern, die seit Jahrhunderten in der Tiermedizin genutzt werden. Sie wirken schleimlösend, reizlindernd und teilweise entzündungshemmend. Bekannt sind diese Kräuter sicher jedem der schon mal Husten hatte und Hustensaft für sich oder sein Kind in der Apotheke geholt hat.
Thymian
Thymian wirkt schleimlösend, entzündungshemmend und bronchienerweiternd. Besonders bei trockenem oder festsitzendem Husten kann Thymian den Schleim lösen und das Abhusten erleichtern.
Eibisch und Isländisch Moos
Diese Pflanzen enthalten Schleimstoffe, die die Atemwege beruhigen. Sie legen sich wie ein Schutzfilm über gereizte Schleimhäute und lindern den Hustenreiz.
Spitzwegerich
Spitzwegerich wirkt reizlindernd und entzündungshemmend. Bei Reizhusten oder leichten Atemwegsentzündungen kann er den Hustenreiz deutlich reduzieren.
Süßholzwurzel
Süßholz unterstützt das Abhusten und stärkt das Immunsystem. Die Dosierung sollte vorsichtig erfolgen, da zu viel Süßholz den Stoffwechsel belasten kann.
Fenchel und Anis
Fenchel und Anis wirken schleimlösend, krampflösend und beruhigend auf die Bronchien. Sie erhöhen die Wirksamkeit des Hustensafts und machen das Abhusten leichter.
Richtige Gabe von Hustensaft
Damit der Hustensaft optimal wirkt, ist die korrekte Dosierung und Anwendung entscheidend:
- 1–2 mal täglich, bei akuten Symptomen 3 mal täglich
- Kurweise über 7–14 Tage
- Direkt oral, über Mash oder kleine Heucobs einmischen
- Nie über große Kraftfutterportionen, um Blutzuckerspitzen zu vermeiden
Regelmäßigkeit ist entscheidend, um Schleim zu lösen und den Hustenreiz zu lindern. Hustensaft darf nicht überdosiert werden, da dies den Stoffwechsel belasten könnte.
Begleitmaßnahmen für bessere Wirkung
Neben Hustensaft gibt es weitere Maßnahmen, die Husten lindern und die Atemwege unterstützen:
- Staubarmes Heu, ggf. eingeweicht oder bedampft, um Reizungen zu vermeiden
- Ausreichend Bewegung, um Lunge und Kreislauf zu stärken
- Frisches Wasser und Salz immer verfügbar
- Stall gut lüften, besonders bei feuchter oder staubiger Umgebung
- Vitamin C und Zink zur Unterstützung des Immunsystems
Diese Maßnahmen wirken synergetisch zum Hustensaft und verbessern die Regeneration der Atemwege.
Wann Hustensaft allein nicht ausreicht
Chronische Hustenformen, RAO oder Schimmelbelastung im Heu erfordern zusätzlich tierärztliche Behandlung. Hustensaft kann hier nur unterstützend wirken. Ursache, Haltung und Fütterung müssen angepasst werden. Auch bei starken Infekten oder Atemnot ist sofortiges Handeln gefragt.
Praktische Tipps für die Anwendung
- Hustensaft nach Herstellerangaben dosieren
- Dauer der Kur beachten
- Kombination mit Mash oder leicht verdaulichem Heu zur besseren Aufnahme
- Nebenwirkungen beobachten und Tierarzt konsultieren, wenn der Husten anhält
Kurz das Wichtigste
Ein pflanzlicher Hustensaft für Pferde kann Husten lindern, Schleim lösen und die Atemwege schützen. Besonders bei trockenem Husten, festsitzendem Schleim oder leichter Infektneigung ist er eine sanfte und bewährte Methode. Wichtig sind richtige Dosierung, begleitende Maßnahmen wie staubarmes Futter und Bewegung sowie die regelmäßige Kontrolle von Gesundheitszustand und Futteraufnahme. So kann dein Pferd schnell wieder frei atmen und die Atemwege regenerieren.
Mehr zu Heilmethoden für Pferde: Bachblüten für Pferde
Die Grundlagen zur richtigen Ernährung: Pferdefütterung Grundlagen
