Fütterungsfehler Pferde: Die 7 häufigsten Fallen und wie du sie vermeidest
Die 7 häufigsten Fütterungsfehler bei Pferden einfach erklärt: Von zu langen Fresspausen über Kraftfutter bis zu Mineralien. Mit Lösungen für gesunde Pferdefütterung.
Wenn du länger mit Pferden zu tun hast, merkst du schnell: Die richtige Pferdefütterung ist fast eine Wissenschaft für sich. Und trotzdem passieren vielen Pferdebesitzern immer wieder dieselben Fehler oft sogar noch aus gutem Willen oder einfach aus Gewohnheit. Auch bei der Konik-Stute meiner Enkelin haben wir gemerkt, dass schon kleine Anpassungen einen großen Unterschied machen können.
Hier zeige ich dir die sieben typischen Fütterungsfehler bei Pferden, verständlich erklärt und mit klaren Lösungen, die du sofort umsetzen kannst.
1. Zu lange Fresspausen
Pferde sind von Natur aus Dauerfresser. Stehen sie länger als vier bis fünf Stunden ohne Raufutter da, kippt der Verdauungsrhythmus:
- Magensäure greift die Schleimhäute an
- Stresslevel steigt
- Pferde werden „knotig“ im Futterverhalten
- Kolikrisiko erhöht sich
Lösung:
Biete Heunetze an, nutze zeitgesteuerte Raufuttergaben oder eine kleine Futterreserve über Nacht. Besonders robuste Rassen wie Koniks profitieren davon sie werden entspannter, friedlicher und zeigen ein stabileres Energielevel.
2. Zu energiereiches Futter für robuste Rassen
Viele Pferde bekommen zu viel Energie über Kraftfutter. Besonders genügsame Rassen wie Ponys, Haflinger, Isländer oder Koniks reagieren empfindlich. Zu energiereiches Futter führt zu:
- Fettpolstern an Hals und Mähnenkamm
- EMS- und Insulinproblemen
- Hustenanfälligkeit
- latenten Hufrehe-Risiken
Lösung:
Prüfe die Heuqualität, optimiere Mineralfutter und reduziere Kraftfutter. So verhinderst du Übergewicht und Stoffwechselprobleme.
3. Kraftfutter als Routine obwohl es nicht gebraucht wird
Viele Ställe füttern Kraftfutter, weil „man es halt so macht“. Tatsächlich brauchen rund 80 % aller Freizeitpferde gar kein Kraftfutter. Es ist nur sinnvoll bei:
- Sportpferden mit hoher Belastung
- älteren Pferden mit Untergewicht
- schwerfuttrigen Rassen
Alle anderen Pferde profitieren eher von weniger, nicht von mehr.
4. Mineralfutter vergessen oder falsch dosieren
Heu deckt nicht alle Nährstoffe ab. Fehlen Mineralien, zeigt sich das schnell:
- stumpfes Fell
- brüchige Hufe
- Müdigkeit
- verspannte Muskulatur
- schwache Abwehrkräfte
Lösung:
Ein gutes Mineralfutter, angepasst an Region und Heu, ist entscheidend. Achte auf hochwertige Produkte sie wirken oft effizienter als übermäßiges Kraftfutter.
5. Kräuter „irgendwie“ geben statt gezielt
Natürliche Zusätze sind hilfreich, aber nur, wenn sie gezielt eingesetzt werden. Typische Fehler:
- Kräuter wild mischen
- Dauerhafte Gabe von Kräutern, die nicht für Langzeit gedacht sind
- Hustenkräuter geben ohne Hustenproblem
- zu viele verschiedene Kräuter gleichzeitig
Lösung:
Setze 1 Kraut = 1 Ziel. Alternativ kannst du sinnvoll zusammengestellte Mischungen nutzen (z. B. für Atemwege, Verdauung oder Nerven). So wirkst du gezielt und vermeidest Überdosierung.
6. Zu wenig Wasser vor allem im Winter
Klingt banal, ist aber ein großes Problem. Viele Pferde trinken im Winter zu wenig, was Koliken begünstigt und die Verdauung verlangsamt.
Lösung:
- Lauwarmes Wasser anbieten
- Mash oder eingeweichte Heucobs geben
- Salzleckstein bereitstellen
Übrigens: Unsere Konik-Stute trinkt deutlich besser, wenn das Wasser nicht eiskalt ist.
7. Futterumstellungen zu schnell durchführen
Ob neues Heu, Mineralfutter oder Kräuterkur denn der Pferdemagen braucht Zeit. Schnelle Umstellungen können zu:
- Durchfall
- Blähungen
- Koliken
- Unruhe
- Futterverweigerung führen
Lösung:
Umstellungen immer über 7–10 Tage durchführen. Kräuter langsam einschleichen und Zwischenschritte beobachten: Verhalten, Kot, Energielevel.
Kurz zusammengefasst:
Viele typische Fütterungsfehler lassen sich leicht vermeiden. Jedes Pferd profitiert sofort von:
- ausreichend Raufutter
- moderatem Energieeinsatz
- gutem Mineralfutter
- gezielten Kräutern geben
