Hufpflege Tipps: So bleibt das Fundament deines Pferdes gesund

Jeder Reiter kennt den Satz: „Ohne Huf kein Pferd.“ Doch was im Alltag oft als bloßes Auskratzen beginnt, ist in Wahrheit eine der wichtigsten Säulen der Pferdegesundheit. Die Hufe tragen nicht nur das gesamte Gewicht von mehreren hundert Kilogramm, sie fungieren auch als Stoßdämpfer und unterstützen durch den sogenannten Hufmechanismus den Blutkreislauf des Tieres. Eine vernachlässigte Hufpflege kann langfristig zu Lahmheiten, Sehnenproblemen und Stoffwechselstörungen führen.

In diesem Ratgeber erfährst du, worauf es bei der täglichen Pflege wirklich ankommt und warum die Ernährung die wichtigste „Hufsalbe“ von innen ist.

Die tägliche Routine: Mehr als nur sauber machen

Das tägliche Auskratzen der Hufe sollte zur absoluten Routine gehören, idealerweise vor und nach jedem Weidegang oder Training. Dabei geht es nicht nur darum, Schmutz zu entfernen. Es ist die beste Gelegenheit, den Huf auf Veränderungen zu prüfen:

  • Sitzen die Eisen noch fest?
  • Gibt es eingetretene Steine oder gar Fremdkörper wie Nägel?
  • Riecht der Strahl unangenehm oder ist das Horn weich?

Besonders in der nassen Jahreszeit ist die Hygiene entscheidend. Wenn Pferde zu lange in Matsch & Nässe stehen, weicht das Horn auf und Bakterien haben leichtes Spiel. Ein sauberer, trockener Liegebereich ist daher die beste Prävention.

Strahlfäule erkennen und handeln

Strahlfäule ist ein häufiges Problem, das durch fäulniserregende Bakterien entsteht. Man erkennt sie an einer schwarzen, schmierigen Masse in den Strahlfurchen und einem fauligen Geruch. Hier helfen keine Wundermittel, wenn die Ursache meist Feuchtigkeit und mangelnde Hygiene nicht abgestellt wird. Neben der Reinigung mit Wasser und einer weichen Bürste sollten betroffene Stellen trocken gehalten werden. Unterstützend können austrocknende, aber nicht ätzende Pflegemittel verwendet werden.

Doch Vorsicht: Zu scharfe Mittel schädigen das gesunde Gewebe.

Die Rolle der Fütterung für gesundes Horn

Viele Besitzer versuchen, brüchiges Horn durch Huffette oder Öle von außen zu retten. Doch der Huf wächst von der Krone nach unten, das heißt, was wir unten sehen, ist das Ergebnis der Fütterung vor vielen Monaten. Um das Hufhorn nachhaltig zu verbessern, muss die Nährstoffversorgung stimmen.

  • Mineralstoffe: Zink, Kupfer und Selen sind essenziell für die Zellteilung im Huf. Ein Mangel an diesen Spurenelementen führt oft zu rissigen Hufen. Ein hochwertiges Mineralfutter für Pferde ist daher unerlässlich.
  • Biotin: Dieses Vitamin unterstützt den Aufbau der Keratinschicht. Es sollte über einen längeren Zeitraum zugefüttert werden, da der Huf ca. ein Jahr braucht, um einmal komplett durchzuwachsen.
  • Stoffwechsel: Wenn der Stoffwechsel entgleist, wie etwa bei einer Hufrehe, ist das oft die Folge von Fehlern in der Pferdefütterung Grundlagen. Zu viel Zucker und Stärke belasten die Huflederhaut massiv.

Huffett: Fluch oder Segen?

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Huffett Feuchtigkeit in den Huf bringt. Tatsächlich versiegelt Fett den Huf. Wenn du Fett auf einen staubtrockenen Huf aufträgst, verhinderst du, dass Feuchtigkeit von außen eindringen kann denn dann wird der Huf wird noch spröder.

Tipp: Wässere die Hufe im Sommer gründlich und trage erst dann ein leichtes Öl oder Fett auf den noch feuchten Huf auf, um die Feuchtigkeit „einzuschließen“.

Barhuf oder Beschlag?

Beide Varianten haben ihre Berechtigung. Während der Barhuf den natürlichsten Hufmechanismus ermöglicht, benötigen viele Sportpferde oder Pferde auf harten Böden einen Beschlag zum Schutz oder zur Korrektur von Fehlstellungen. Ein guter Hufschmied oder Barhufbearbeiter sollte alle 6 bis 8 Wochen die Hufe kontrollieren und bearbeiten, um die korrekte Statik des Beines zu erhalten. Besonders bei Seniorenpferden ist dies wichtig, um die Gelenke zu entlasten, während bei Jungpferden die korrekte Stellung die Basis für ein gesundes Leben legt.

Fazit: Hufpflege ist Ganzheitsarbeit

Gesunde Hufe sind das Ergebnis aus trockener Haltung, korrekter Bearbeitung und einer auf den Punkt gebrachten Ernährung. Wer täglich genau hinsieht und die Pferdegesundheit als Ganzes im Blick behält, sorgt dafür, dass sein Pferd bis ins hohe Alter auf festen Füßen steht.


Von Petra

„Tiere sind für mich echte Gefährten, die unser Leben reicher machen. In Herz mit Schnauze erzähle ich Geschichten über Fellnasen, ihre Eigenarten, Pflege und das, was Menschen und Tiere miteinander verbindet. Außerdem widme ich mich Themen wie Welt-Tiertagen und Tierschutz, um das Bewusstsein für unsere tierischen Freunde zu stärken.“