Pferdegesundheit im Winter: Matsch, Regen und Froststress oder wie du die Gesundheit im Winter trotz widriger Bedingungen erhältst.
Tipps zu Hufen, Stoffwechsel und Abwehrkräfte zwischen Frost und Tauwetter. Hier alles zur Pferdegesundheit im Winter inklusive meiner Tipps wenn der Konik im Matsch versinkt. Hier ist mein Notfallplan im Beitrag.
Der Januar ist die Zeit der Extreme. Während wir uns am Monatsanfang noch über glitzernde Schneelandschaften und knackigen Frost gefreut haben, stehen wir nun knietief im Tauwetter. Wer heute an den Stall kommt, findet oft kein idyllisches Winterbild vor, sondern eine echte Schlammschlacht. Besonders robuste Rassen wie mein Konik stehen jetzt vor einer Herausforderung: Der Boden ist tief, die Beine sind nass, und die Mischung aus Mist und Matsch greift die Hufe an.
In diesem Artikel erfährst du, wie du die Pferdegesundheit im Winter schützt, wenn das Wetter verrückt spielt, und warum das Management dieser Tage über die Fitness im kommenden Frühjahr entscheidet.
Wenn die Weide zur Schlammschlacht wird: Eine Belastungsprobe
Es ist nicht nur der unschöne Anblick, der uns Pferdebesitzern Sorgen macht. Stehen Pferde stundenlang im Matsch-Mist-Gemisch, leiden besonders die Hufe und die Haut in der Fesselbeuge. Die Feuchtigkeit weicht das Horn auf, und Bakterien haben leichtes Spiel. Hier beginnt die Gesundheit bereits beim Management, aber die Ernährung legt den entscheidenden Grundstein.
Ein gesundes Pferd mit einem funktionierenden Stoffwechsel kann kleine Belastungen besser wegstecken. Doch wenn der Organismus durch den ständigen Wechsel von Frost zu Tauwetter gestresst ist, sinkt die Widerstandskraft. Die Pferdegesundheit im Winter hängt maßgeblich davon ab, wie schnell wir auf diese Umschwünge reagieren.
1. Thermoregulation und die „Thermoneutralzone“
Pferde haben eine beeindruckende Fähigkeit, sich an Kälte anzupassen. Ihre Wohlfühltemperatur (die thermoneutrale Zone) liegt deutlich unter unserer. Doch diese Zone verschiebt sich drastisch, sobald Nässe und Wind ins Spiel kommen. Ein nasses Fell verliert seine Isolationsfähigkeit.
- PDer „Heu-Ofen“: Um die Körpertemperatur zu halten, verbrennt das Pferd Energie. Die Verdauung von Rohfasern im Dickdarm setzt Wärme frei. In Zeiten von extremem Tauwetter und Nässe sollte der Raufutterbedarf daher kritisch geprüft werden. Wer unsicher ist, findet in meinen Fütterungsgrundlagen für Pferde eine Anleitung zur Berechnung auch im Winter.
- Energieverbrauch im Tiefboden: Hast du dich schon mal gefragt, warum dein Pferd im Januar müder wirkt? Das Waten durch tiefen Matsch ist wie ein intensives Krafttraining. Der Energieverbrauch steigt, selbst wenn nicht geritten wird.
2. Mauke und Strahlfäule: Wenn die Haut von innen kapituliert
Matsch ist der Nährboden für Mauke-Erreger. Doch warum bekommt das eine Pferd Mauke, während der Kumpel im selben Matsch gesund bleibt? Die Antwort liegt oft in der inneren Versorgung.
Die Haut ist das größte Organ und benötigt für die Regeneration Unmengen an Zink und Biotin. Bei Schlammwetter ist der Bedarf an diesen Spurenelementen erhöht. Ein Mangel schwächt die Barrierefunktion der Haut. Wer hier rechtzeitig mit einem hochwertigen Mineralfutter für Pferde gegensteuert, gibt Bakterien keine Chance. Sollten bereits kleine Stellen sichtbar sein, ist es Zeit, die allgemeine Pferdegesundheit im Winter durch eine gezielte Stoffwechselkur zu unterstützen.
3. Immunsystem unter Dauerbeschuss: Ammoniak und Atemwege
Dort, wo sich Matsch mit Urin und Mist vermischt – besonders an Unterständen oder stark frequentierten Stellen –, entstehen Ammoniakdämpfe. Diese reizen die empfindlichen Schleimhäute der Atemwege. Wenn die Luft am Stall schwer wird, ist die Lunge das erste Organ, das leidet.
- Naturheilmittel nutzen: Ein pflanzlicher Hustensaft für Pferde auf Basis von Thymian oder Spitzwegerich kann helfen, die Selbstreinigung der Lunge zu aktivieren.
- Abwehrkräfte stärken: Neben der Hygiene im Stall ist die Versorgung mit Vitamin C und E entscheidend. Schau dir dazu meine Tipps zum Thema Immunsystem beim Pferd stärken an, um Infekten vorzubeugen.
4. Psychische Belastung: Der „Winter-Blues“ am Stall
Wir dürfen nicht vergessen: Pferde sind Lauftiere. Wenn Koppeln wegen Matsch gesperrt sind und der Reitplatz einer Seenplatte gleicht, fehlt die mentale Stimulation. Stress schwächt das Immunsystem.
Hier können Bachblüten für Pferde eine sanfte Unterstützung sein, um die Unruhe oder Frustration abzufangen. Auch das Training sollte angepasst werden. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Kopfarbeit oder gezielte Fütterungsstrategien für Sportpferde, um die Motivation hochzuhalten, auch wenn die Intensität des Trainings wetterbedingt sinkt.
5. Vorbereitung auf den Fellwechsel: Der geheime Energie-Fresser
Obwohl wir gerade über den Matsch im Januar fluchen, bereitet sich der Körper deines Pferdes im Hintergrund bereits auf den Fellwechsel bei Pferden im Frühling vor. Die Zunahme der Tageslichtlänge ist der Trigger.
Dieser Prozess ist für den Stoffwechsel Schwerstarbeit. Wer jetzt die Anzeichen ignoriert und die Pferdegesundheit im Winter vernachlässigt, wird im März ein Pferd haben, das mühsam haart, an Muskelmasse verliert oder Hautprobleme entwickelt. Vermeide jetzt klassische Fütterungsfehler, um den Übergang so reibungslos wie möglich zu gestalten.
6. Mein persönlicher Notfallplan bei Schlammwetter
Wenn ich wie heute am Stall stehe und mein Konik im Matsch sehe, gehe ich nach dieser Checkliste vor:
- Beinkontrolle: Beine vorsichtig säubern (nicht zu viel waschen, lieber trocknen lassen und bürsten) und auf kleine Wunden prüfen.
- Hufpflege: Den Strahl trocken halten und ggf. pflegen, um Fäulnis zu verhindern.
- Fütterung checken: Bekommt er genug Heu, um die Nässe von innen „wegzuheizen“? Ist die [Futterplanung für Pferde] noch aktuell?
- Bewegung: Auch wenn es nur 20 Minuten spazieren gehen auf festem Boden sind – Bewegung fördert die Durchblutung und den Lymphfluss.
Fazit: Durchhalten, der Frühling kommt!
Der Januar verlangt uns alles ab. Matschbeine und Tauwetter sind frustrierend, aber sie sind auch ein Signal an uns, das Management zu optimieren. Mit einer starken Basis, der richtigen Unterstützung durch Naturheilkunde wie Bachblüten oder Hustensaft und einem wachsamen Auge auf die Mineralstoffversorgung kommen unsere Vierbeiner gesund durch diese Zeit.
Nutze die ruhigen (und matschigen) Tage, um dich tiefer in die Fütterungsgrundlagen einzulesen. Dein Pferd wird es dir danken, wenn es im Frühjahr voller Energie auf die erste grüne Wiese galoppiert.
Wie sieht es bei euch am Stall aus? Seid ihr Team „Schneekönig“ oder versinkt ihr auch gerade im Matsch? Schreibt es mir in die Kommentare!
