Stoffwechselkur Pferd im April: So unterstützt du dein Pferd im Fellwechsel und bei der Frühlingsumstellung

Der April ist für den Pferdekörper ein wahrer Kraftakt. Während das Winterfell büschelweise fällt, muss der Organismus gleichzeitig mit dem ersten frischen Gras klarkommen. Erfahre hier, wie du Leber und Nieren deines Pferdes gezielt unterstützt, Mangelerscheinungen erkennst und warum eine durchdachte Entgiftung jetzt über die Vitalität im restlichen Jahr entscheidet.

Wenn die Tage im April länger werden und die Temperaturen steigen, läuft der Stoffwechsel unserer Pferde auf Hochtouren. Wer jetzt ein Konik oder ein anderes robustes Pony im Offenstall hat, sieht es überall: Haare, Haare und nochmals Haare. Doch der Fellwechsel ist weit mehr als nur ein optischer Wandel. Es ist ein hormonell gesteuerter Prozess, der dem Körper massiv Energie, Proteine und Mineralstoffe entzieht.

Die Leber: Das Kraftwerk im Dauereinsatz

Die Leber ist das wichtigste Entgiftungsorgan des Pferdes. Im April hat sie gleich zwei Großbaustellen:

  1. Abbau von Stoffwechselprodukten: Die Produktion des neuen Sommerfells erfordert eine enorme Proteinsynthese. Dabei entstehen Abfallstoffe, die die Leber filtern muss.
  2. Futterumstellung: Das frische Gras enthält oft mehr Eiweiß und Zucker, als das Pferd im Winter gewohnt war. Diese Umstellung (siehe auch mein Beitrag zum Anweiden im März) fordert die Leber zusätzlich heraus.

Wenn die Leber überlastet ist, zeigt sich das oft durch Mattigkeit, angelaufene Beine oder ein stumpfes Resthaarkleid. Hier können wir mit gezielten Kräutern wie Mariendistel (schützt die Leberzellen) und Artischocke (fördert den Gallenfluss) unterstützen.

Der Nährstoff-Check: Warum jetzt der Bedarf steigt

Viele Besitzer wundern sich, warum ihr Pferd im April trotz Frühling „schlapp“ wirkt. Die Antwort liegt oft im Mikronährstoffbereich.

  • Zinkmangel: Zink ist der Hauptakteur bei der Zellteilung und Haarbildung. Ist der Speicher leer, stockt der Fellwechsel.
  • Selen & Kupfer: Diese Spurenelemente sind wichtig für das Immunsystem und das Bindegewebe. Ein hochwertiges Mineralfutter für Pferde ist in dieser Phase unverzichtbar. Achte darauf, dass die Mineralien organisch gebunden sind, damit sie direkt dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

Entgiftung vs. „Ausschwemmen“

Was ist sinnvoll?

Oft wird im April zu radikalen Entgiftungskuren geraten. Doch Vorsicht: Ein geschwächter Körper sollte nicht noch zusätzlich durch aggressive Kuren gestresst werden.

  • Sanfte Unterstützung: Brennnessel unterstützt die Nierenfunktion und hilft, Stoffwechselabfälle auszuspülen.
  • Löwenzahn: Er regt den gesamten Stoffwechsel an und stärkt die Verdauung. Diese natürlichen Helfer passen wunderbar zu einer ganzheitlichen Strategie, ähnlich wie wir es bei den Bachblüten für Pferde sehen, um den Körper sanft wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Haut und Fell sind der Spiegel der Gesundheit

Wenn dein Pferd im April zu Juckreiz, Schuppen oder gar Ekzemen neigt, ist das oft ein Schrei des Körpers nach Hilfe von innen. Die Haut ist das größte Ausscheidungsorgan. Wenn Leber und Darm überfordert sind, „wirft“ der Körper die Giftstoffe über die Haut aus.

  • Tipp: Unterstütze die Haut im April mit hochwertigen Ölen (z.B. Leinöl), die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Das macht das Fell glänzend und geschmeidig.

Psychische Belastung im Frühling

Man unterschätzt oft, wie sehr körperlicher Stress auch die Psyche beeinflusst. Ein Pferd, das sich im Fellwechsel unwohl fühlt, reagiert oft gereizter oder schreckhafter in der Herde. Besonders bei der Integration neuer Pferde oder bei Unruhe in der Gruppe können Bachblüten für Pferde wie Walnut oder Impatiens helfen, die Nerven zu beruhigen, während der Körper sich regeneriert.

Die Rolle der Bewegung

Bewegung regt den Lymphfluss an und hilft dem Körper, Giftstoffe schneller abzutransportieren. Ein entspannter Spaziergang oder leichtes Training an der frischen Luft wirkt im April Wunder. Achte jedoch darauf, dein Pferd nicht zu überfordern, wenn es gerade massiv haart denn das kostet bereits genug Kraft.

Mit Plan durch den April

Eine Stoffwechsel-Kur im April sollte keine Kurzschlussreaktion sein, sondern eine durchdachte Ergänzung zur Pferdefütterung.

Mehr dazu hier: Pferdefütterung Grundlagen

Wenn du die Leber stärkst, die Nährstoffspeicher auffüllst und deinem Pferd Zeit für die Umstellung gibst, legst du den Grundstein für einen gesunden Sommer.



Von Petra

„Tiere sind für mich echte Gefährten, die unser Leben reicher machen. In Herz mit Schnauze erzähle ich Geschichten über Fellnasen, ihre Eigenarten, Pflege und das, was Menschen und Tiere miteinander verbindet. Außerdem widme ich mich Themen wie Welt-Tiertagen und Tierschutz, um das Bewusstsein für unsere tierischen Freunde zu stärken.“